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Fremde Landschaft, fremde Wesen
Unbegehbar scheint die Landschaft. Scharfkantige Brocken türmen
sich übereinander, schwarz und ohne jedes Anzeichen von Vegetation.
Die Vulkane im Zentrum der Insel spuckten bei ihren Ausbrüchen die tödliche
Lava und Asche über die Bergflanken und auf die Ebenen. Wer sich von
Westen über Chio mit seinen Sträßchen und der Dorfkirche in die immer
höhere Einsamkeit schraubt, fühlt sich dort wie auf einem schwarzen
Mond, fremd und unwillkommen.
Plötzlich und wie von übernatürlicher Gewalt aufgehalten, endet
der Lavastrom, als sei er an dieser Stelle ins Meer gestürzt. Doch die
Weite dahinter ist nicht Wasser, sondern Wüste. Grünlich-gelb hat hier
die Hitze des Ausbruchs Eisen mit schwefligen Gasen zu einer topfebenen
Fläche vereint und den See, der hier einst lag, in einer Dampfwolke
verzischen lassen. Dahinter stehen die gigantischen Felstürme von Los
Roques und scheinen über die Ebene zu wachen, in der manche Sekten
einen Ufolandeplatz sehen. Doch die fremden Wesen entern nicht hier den
Nationalpark rund um Teneriffas höchsten Berg, sondern im Rücken der Wächter:
quaderförmigen, laut brummenden Ungetümen auf vier Rädern sind sie
entstiegen und wimmeln nun um die Felsen: weißliche Wesen auf zwei
Beinen in bunten Kleidern und mit blitzenden Geräten in den Händen,
die sie oft ans Auge halten.
Text und Photo: Wenke Heß
Süddeutsche Zeitung |
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