Bericht eines Tauchers Teneriffa, die Insel auf der Sonnenseite mit milden Temperaturen zu
jeder Jahreszeit, hat sich zu einem der beliebtesten Reiseziele
entwickelt: Aus Fischerdörfern wurde Hotelstädte, aus Bauern
Supermarktbesitzer und aus Fischern Animateure... Stellenweise sind die
Orte, besonders im sonnensicheren Südwesten, nicht mehr
wiederzuerkennen. Ich habe erlebt, daß ganze unbebaute Landstriche von
einem Jahr auf das nächste total zugebaut wurden. Die Entwicklung hat
sich meiner Erfahrung nach besonders Ende der 80er Jahre - Anfang der
90er dramatisiert. So ist inzwischen Playa de las Américas mit dem
ehemaligen Fischerdorf Los Cristianos verwachsen. Zwar gibt es für
Ruhesuchende noch immer Rückzugsgebiete im Westen der Insel und in den
Bergen, aber die Perfektion ist das leider nicht mehr.
Wie in allen touristischen Hochburgen bieten auch die vielen
komfortablen Sportanlagen Teneriffas allen Besuchern Gelegenheit, sich
fit zu halten oder neue Sportarten kennenzulernen, und dies bei gemäßigten
bis mittleren (je nach Lage und Kategorie der Unterkunft bzw. der
Sportstätte) Preisen. Für solche Leute, die nicht gerne im Meer
schwimmen oder sich von Teneriffa nur weiße Sandstrände (davon gibt es
übrigens nur einen, künstlich mit Saharasand angeschütteten, im
Nordosten der Insel bei San Andrés - Playa de las Teresitas -,
ansonsten herrscht aufgrund des Lavagesteins nur dunkler bis schwarzer
Sand vor) erhofften, stehen ausreichend Meerwasserschwimmbäder,
Swimming-Pools der Hotels oder das Fun- und Freizeitbad Octopus-Park
(Playa de las Américas) zur Verfügung. Daneben locken alle
Wassersportarten, besonders Surfen, Wasserski und Tauchen. Surfen kann
man besonders in El Médano ("Surf-City"), in Playa de los
Cristianos und in Playa de las Americas. Auch die besten Tauchbasen
befinden sich an den relativ schönen Stränden im Südwesten der Insel.
Für klassische Sportarten wie Tennis, Reiten oder Golf gibt es auch
zahlreich Möglichkeiten. Auch Cart-Bahnen sind vorhanden.
Als Tauchbasis im Norden hat die VDST-Tauchschule Atlantik im Maritim
Hotel in Puerto de la Cruz einen guten Ruf. Im Süden der Insel kann ich
den Barakuda Tauch- & Surf-Club Playa Paraiso, Hotel Paraiso Floral,
nahe Adeje, wärmstens empfehlen. Diese Basis steht unter der Leitung
von Heinz Scheffler, Tauchsportlehrer CMAS M3, und bietet
Tauchausbildung par excellence!
Der Fischbestand vor Teneriffa ist ordentlich. Muränen aller Größen,
Fischschwärme und Anemonen in allen Farben und Formen, Gorgonien,
Seespinnen, Zackenbarsche, Rochen und teilweise Barracudas. Je nach
Jahreszeit können im Süden Schnorchel-Ausflüge zu den vor der Küste
lebenden Walen unternommen werden.
Wohnen kann man auf Teneriffa in Hotels, Apartmenthotels, Pensionen
und Privatunterkünften aller Preisklassen.
Wertung:
Text: F. Land
Teneriffa, Kanarische Inseln
Die schönste und landschaftlich abwechslungsreichste der größeren
Kanaren-Inseln Teneriffa, das im Südosten von Gran Canaria und im Südwesten
von La Gomera eingerahmt wird, ist mit ca. 2.000 qm Fläche die größte
Insel des Kanarischen Archipels. Die Insel ragt wie eine mächtige
Pyramide aus dem Meer (beim Anflug von Osten über Gran Canaria auf den
Flughafen "Tenerife Sur" - Teneriffa-Süd - oder richtig
"Reina Sofía" - Königin Sofía -, im Süden der Insel in der
Nähe des Windsurfing-Paradies El Médano, gut zu beobachten).
"Tenerife" bedeutet in der Sprache der Ureinwohner, der
Guanchen, soviel wie "Weißer Berg", was wohl von der
schneebedeckten Spitze des 3.718 m hohen Vulkans Pico de Teide herrührt.
Der Ursprung der Kanaren geht vermutlich auf gewaltige seismische
Eruptionen zurück, die die Inseln vor Mio. von Jahren aus dem Meer
heraus entstehen ließen. Einer Legende nach, die auch in Platons
Dialogen anklingt, soll das Archipel ein Überbleibsel des sagenhaften
Erdteils "Atlantis" sein, der aufgrund einer Naturkatastrophe
im Meer versank. Teneriffa war die letzte der Kanaren (La Palma, El
Hierro, La Gomera, Tenerife, Gran Canaria, Fuerteventura, Isla de Lobos,
Lanzarote - hier begann die spanische Eroberung 1402 -, Isla Graciosa,
Isla de Montaña Clara und Isla de Alegranza), die von der spanischen
Armada erobert wurde (unter Führung von Don Alonso Fernándes de Luego
zwischen 1494 -1496); aufgrund des enormen mutigen Widerstands der
Guanchen ein grausames und langwieriges Unternehmen (insgesamt 94 !
Jahre), das viele Opfer sowohl unter den Guanchen als auch unter den
Spaniern forderte. Mit der Eroberung der Kanaren durch die Spanier
begann der Niedergang der Guanchen, einem möglicherweise aus Nordafrika
stammenden Volk, deren Menschen der Legende nach "tapfer, stolz,
groß und blond" waren. Bis heute hat sich das Idealbild des
tapferen Guanchen besonders auf Teneriffa erhalten: Die "Tinerfeño"
gelten als stolzer und hochmütiger als die anderen Bewohner der
Kanaren.
Teneriffa hat für mich zwar gegenüber früheren Zeiten an Wert
verloren, jedoch halte ich die Insel noch immer für die schönste und
landschaftlich abwechslungsreichste der größeren Kanaren-Inseln. Man
kann auf Teneriffa viele Erfahrungen sammeln. Auf alle Fälle lohnt es
sich wirklich, auch in die ländlichen Strukturen, die Berge, die
kleinen Fischer- und Bergdörfer "einzutauchen" und so mehr
von der Art des "richtigen" Lebens auf der Insel zu erfahren
und zu erleben. Ich lege als lohnende Ausflugsziele den Bosque de la
Esperanza (Waldlandschaft), das Valle de la Orotava (wunderschönes
Tal), die Las Cañadas (Berge, Nationalpark), Vilaflor (Bergdorf),
Santiago del Teide (Bergdorf), Garachico (Fischerdorf) und Adeje (guter
Ausgangspunkt für Wanderungen) nahe. Es gibt viel zu sehen, packen Sie
es an und lassen Sie sich vom Massentourismus nicht schocken.
Tauchsportlich gesehen bietet Teneriffa für den erfahrenen Taucher zwar
auch Interessantes unter Wasser zu sehen, jedoch wird es mit dem zweiten
Urlaub dort einigermaßen langweilig. Als Übungsgebiet für Tauchschüler
und Anfänger ist besonders der Südwesten und hier die Barakuda
Tauchschule von Heinz Scheffler absolut ideal.